Radsportverein Moosburg e.V.
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Transalp 2007 - von Garmisch nach Riva


5 Tage - 408 km - 5.202 Höhenmeter - 7 Pässe 
 

Mitte Juni haben sich einige der reiferen Jahrgänge des RSV mit Gästen auf den Weg gemacht um mit dem Mountainbike genussvoll die Alpen von Garmisch nach Riva am Gardasee zu überqueren. Auf Tragestrecken und kaum fahrbare Singletrails haben deshalb wir bewusst verzichtet ;-)
Am 12. Juni 2007 ging es wie geplant in Garmisch los. Die erste Hälfte der Tour folgte dem alten Römerweg, der Via Claudi bis Meran. Dabei waren Fernpass, Norberthöhe und den Reschenpass zu überqueren. Der zweite Teil der Tour war sportlich anspruchsvoller geplant und so wurden kräftig Höhenmeter gesammelt. Es ging über Gampenjoch, Mendelpass, Andalo und dem Passo Ballino ging es ins Ziel nach Riva del Garda.


1. Etappe: Garmisch - Zams, 78km / 806hm


Wie geplant werden wir und unsere MTBs vom Shuttle Service "DifferentSights" professionell und komfortabel zum Start nach nach Garmisch gebracht. Unser Gepäck reist mit Alfred in seinem VW Bus - ein Super Service! Nur das Wetter spielt zunächst nicht mit, trotz Regentanz fahren wir bei leichtem Regen los. Aber schon in Biberwier, am Beginn des Ansteigs zum Fernpass, reißt die Wolkendecke auf. Leider reißt auch die Kette von Jans Mounty - aber Dank des mitgeführten Kettennietendrückers (sollte bei einem Transalp wirklich nicht fehlen) war das defekte Glied schnell ausgebaut und es ging weiter zum wunderschönen Weißen See. Danach beginnt mit dem Römerweg die technisch anspruchvollste Teilstrecke der Tour. Ich möchte nicht wissen wie viele Sklaven die alten Römer bei einer Alpenüberquerung verbraucht haben ... faustgroß aufgekiest und mit über 20% Steigung behaftet bleibt für uns nur noch Schieben.
Danach geht es auf guter Forstrasse hinauf zur Fernpasshöhe. Hoch über der 180 Grad-Kehre der Fernfassstraße bietet sich ein toller Blick hinunter zum Fernsteinschloss. Der VIA CLAUDIA Radweg ist gut ausgeschildert (aber auf der Kompasskarte nicht eingezeichnet). Auf dem Höhenrücken geht es nach Westen, dort wird die Fernpass-Strasse überquert. Der Weg führt westlich oberhalb der Autostraße auf Römerweg-Resten hinunter zum Fernsteinschloss. Nach der Brotzeitpause in Nassereith am See geht es nach Imst und auf dem Inntalradweg nach Zams. Bestens untergebracht waren wir in der Pension Haueis und die reichlichen Portionen beim Abenessen im traditionsreichen Gasthof Gemse stillte selbst den größten Radlerhunger.


2.Etappe: Zams - Nauders, 58km / 907hm

Das Wetter war uns bei der 2. Etappe gewogen. In abwechlungsreicher Landschaft ging es über Landeck beiderseits des Inns den gut ausgeschliderten Radweg das Inntal hinauf bis zur Abzweigung der Reschenstrasse an der österreichischen Grenze. Die Reschenstrasse ist für Radfahrer gesperrt, so müssen wir über die Schweiz radeln. Hoch über Finstermünz, dem ehemaligen Innübergang, geht es auf der Bundesstraße mit mäßigem Verkehr weiter bis Martina. Die Straße hinauf zur Norbertshöhe ist sehr angenehm zu fahren und bald rollen wir hinunter in unser Etappenziel in Nauders. Rechtzeitig vor dem einsetzenden Nachmittagsgewitter erreichten wir das Landhaus Engadin, unsere komfortable Unterkunft in Nauders. Im angeschlossenen Restaurant wurden wir bestens versorgt.


3.Etappe: Nauders - Lana, 102km / 391hm + / 1390hm

Nach dem nächtlichen Regen hatten wir auf der 3. Etappe nur Sonnenschein, die dunklen Wolken trieb der Westwind weit vor uns her. Nach einer leichten Auffahrt erreichen wir die Reschenpasshöhe und überqueren die Grenze nach Italien und fahren am Reschensee an dem versunkenen Dorf Graun entlang. Die längste Etappe der Tour bereitete durch die fast 80 km Lange Abfahrt durch den Vinschgau pures Vergnügen. Die zahlreiche Sehenswürdigkeiten links und rechts des sehr gut ausgeschilderten Radweges sind ein Fest für die Sinne. Besonders sehenswert ist das kleine Städchen Graun (kleinste Stadt Südtirols, mit Stadtmauer und romantischer Laubengasse)
Bei Latsch wurden wir das erste Mal bei dieser Tour so richtig nass - 2 km durch durch die aktiven Beregnungsanlagen in den Apfelplantagen - bei dem warmen Wetter eher ein Genuss. Vorbei an Messner's Schloss Juval und den sehenswerten Fresken an der Friedhofsmauer in Plaus erreichten wir das Ende des Vinschgaus bei Algund und fahren hinunter nach Meran/Lana. In Lana waren bestens untergebracht in der Frühstückspension UNTERANGER. 
 

4.Etappe: Lana - Tramin, 67km / 1634hm

Das war unsere Königsetappe: 1634 hm über 2 Pässe (Gampenjoch und Mendelpass). Die Auffahrt zum Gampenjoch mit ca. 6% Steigung ist sehr angenehm, in der ersten Hälfte gibt es immer wieder herrliche Ausblicke hiunter in deas Etschtal. Die Tour sollte man jedoch nicht am Wochenende machen, da teilt man sich die Straße mit unzähligen sehr schnellen Motorrädern. Die herrlich entspannende Abfahrt in das obere Nonstal endet in Fondo. Von dort geht es die ersten 100 Höhenmeter herzhaft (12%), später flacher werdend hinauf zum Mendelpass.
Die Abfahrt vom Mendelpass hinunter nach Kaltern ist ein Fest für die Sinne, da gab's keinen dem nicht ein breites Grinsen ins Gesicht gemeisselt war. Nach dem verdienten Cappuchino kam der Härtetest für unsere Regenklamotten - Wolkenbruch von Kaltern bis nach Tramin ins Etappenziel. In Tramin wohnten wir mitten im Weinberg im Garni Sandhof. Absolut empfehlenswert ist die Verkostung der hauseigenen Weine!


5.Etappe: Tramin - Molveno, 50km / 923hm

Nach einer herzlichen Verabschiedung durch unseren Wirt fahren wir beschaulich durch die Wein- und Obstgärten im Etschtal bis nach Mezzocorona. Echte Orientierungsprobleme gab's am Beginn des Aufstieges nach Andalo - die Karte war nicht auf dem neuesten Stand: Tunnel oder nicht Tunnel, das war hier die Frage ...
Der Anstieg nach Andalo ist schön zu fahren - immer wieder herrliche Ausblicke zurück ins Nonstal. Der Molvenosee am Etappenziel liegt absolut traumhaft am Rande des Brenta Massivs. 


6.Etappe: Molveno - Riva, 53km / 541hm

Die letzte Etappe startet am friedlich daliegenden Molvenosee. Zunächst fahren wir an der Westseite auf einem Radweg entlang - dort überrascht uns dann eine fast 25% Steigung. Traumhaft ist aber dann die Fahrt an den Felsen der Brenta entlang und hinunter nach Ponte Arche im Sarca Tal. Der letzte Anstieg von Ponte Arche hinauf zum Passo Ballino - ein letzer Bilck zurück in Richtung Molveno und es geht hinunter zum smaragdgrünen Tenno See - sieht fast aus wie in der Südsee. Durch das malerische Künstlerdorf Canale geht es dann auf traumhafter Abfahrt an Tenno vorbei zum Gardasee. In Riva wohnten wir zu Füßen des Monte Bondone im empfehlenswerten Albergo Garnì Beniamino.
Tipp: Abends auf der Terasse den heimischen Merlot (aus der Cantina Soziale in Riva) probieren ...

 
Bonus Etappe: Hinauf nach Pregasina

Das Traumsträßchen hinauf nach Pregasina ist ein echtes "must have seen" für alle die mit dem Bike in Riva angekommen sind. Es geht nur sanft bergauf aber man kommt trotzdem nicht recht vorwärts - nach jeder Biegung immer wieder traumhafte Ausblicke auf den Lago die zum Anhalten zwingen.
 


Bilder der Tour
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