Radsportverein Moosburg e.V.
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Biken im Reich von König Laurin - Sella Ronda für die Seele

 

Die Dolomiten in Südtirol (Italien) sind wahrscheinlich eines der schönsten Gebirge der Welt und bisher speziell bei Wanderern extrem beliebt. In den letzten Jahren wächst aber auch die Anzahl der Mountainbiker in diesem speziellen Teil der Alpen stetig an. Das Besondere hier ist, dass offensichtlich Radfahrer willkommen sind und bis auf wenige für MTB gesperrte Wege ein freundliches Miteinander auf Wegen und Hütten gelebt wird. Grund genug für einige RSV`ler  „Friends“ nach dem Vereinsausflug im Mai nach Bozen (Link Vereinsausflug) nun auch diesen Teil der Alpen unter die Stollen zu nehmen. 

Für die dreitägige Tour hatten wir die Unterstützung von Peter Beer (http://www.topbiking.de) als Guide und Hauptorganisator, sodass wir ohne intensive Planung zum reservierte Hotel und Startpunkt der Tour nach La Villa (Alta Badia) anreisen konnten. Von Beginn an waren an einigen markanten Stellen die Nutzung der Lifte mit eingeplant und so sind wir dann auch am Freitagmorgen mit dem ersten Lift auf Piz La Villa gestartet um dann den Weg oberhalb von 2000m aus eigener Kraft Richtung Pralongia fortzusetzen. Nach den ersten Höhenmetern folgt dann schon die erste Trail-Abfahrt. Weiter in diesem Rhythmus geht es noch am Vormittag auf teilweise neu angelegten MTB-Trails und einigen Teilstücken der Sella-Ronda- Hero-Rennstrecke nach Arabba. Von hier aus mit der großen Gondel auf die Porta Vescovo direkt gegenüber der 3400m hohen Marmolata mit ihrem beeindruckendem Gletscher. Jetzt zeigte sich auch das erste Mal der Bindelweg, einem der wohl bekanntesten und schönsten Wanderwege in Südtirol. Doch bevor wir auf den Diesen einbiegen, gilt es noch eine Schleife zu fahren, denn das Mittagsessen muss sich verdient werden. So geht es durch einen Teil des Skigebietes incl. Restschneefelder und einer ordentlichen Tragepassage zum Pass Pardun und der gleichnamigen Hütte auf 2407m. Nach der Stärkung gibt es nun Bindelweg-Flow: zunächst zum Porta Vescovo und dann dem ersten Tagesziel – der Bindelweg-Hütte (Rifugio Viel dal Pan, 2134m), wo wir die erste Nacht am Berg auf unserer Tour verbringen. Die Bindelweghütte stellt sich als freundlicher Familienbetrieb heraus, der mit hausgemachten Speisen und vor allem nicht zu kleinen Kuchenstücken seine Gäste verwöhnt. 

Zweiter Tag

Nach dem Frühstück geht es am Samstag auf dem nun durchweg fahrbaren Teil des Bindelwegs über das Pordoi-Joch und einer teilweise neuen MTB-Strecke vorbei an Murmeltieren nach Canazei im Fassatal. Auf einem Teil dieser Strecke laufen aktuell die Vorbereitungen für ein MTB-Enduro-Rennen. Das sagt schon Einiges über die Beschaffenheit und Wegführung der Trails aus. Nach Canazei führt die Streck an einem Gebirgsbach entlang wieder durch das einsame Val Duron steil nach oben. Eine fehlende Brücke sorgt hier für eine deutliche Abkühlung im Bereich der beanspruchten Waden. Weiter steil bergauf bis zur Rifugio Micheluzzi (oder einprägsamer „Hütte Maria“ ) wo eine ordentliche Portion Nudeln die Speicher wieder auffüllt. Das Thermometer bewegt sich trotz der Höhe um 2000m bei der 30°Marke und so ist es nicht verwunderlich, dass das erste Gewitter im Anzug ist. Auf dem weiteren Weg (immer noch steil bergauf und später durch eine beeindruckende Almlandschaft) umkreisen uns dunkle Wolken und rollende Donner. Noch ist alles trocken! So zieht sich dieser Trail schmal über die Hochalmen und biegt dann vor der Mahlknecht-Hütte Richtung Plattkofel ab. Das letzte Teilstück trägt den Namen „auf der Schaid“. Auch dieser Namen beschreibt den Weg schon sehr treffend. Wie auf „Messers Schneide“  zieht sich der kleine Bruder des Bindelwegs am Hang bzw. teilweise auf dem Höhenzug entlang. Den Weg teilen wir mit unterschiedlichsten Vierbeinern. Auch ein „Trailschwein“ ist hier anzutreffen. Zusammen mit Donner und beginnendem Regen rollen wir auf der Plattkofel-Hütte ein, die uns mit dem komplett renovierten Übernachtungsteil und bekannt gutem Essen empfängt auf. 

Dritter Tag:

Leider ist das Gewitter über Nacht nicht komplett abgezogen und so starten wir am dritten Tag zunächst ohne Regen, aber mit Wolken verhangenem Himmel, an der Plattkofel-Hütte. Da der Friedrich August Weg für Biker gesperrt ist, nehmen wir die komplette Umrundung der Langkofel und Plattkofel-Gruppe in Angriff. Auch dabei hilft zum Teil wieder ein Lift, aber Richtung Sella-Joch haben wir eine ordentliche Tragepassage zu bewältigen. Nach der „Steinernen Stadt“ und dem Sella-Joch geht es weiter auf einem teils angelegten Trail Richtung Wolkenstein. Auf diesem Weg holt uns dann das schlechte Wetter endgültig ein und es kommt zum „Wolkenbruch in Wolkenstein“. Komplett gewaschen haben wir dann am Fuße der Dantercepies Seilbahn eine Zwangspause, da auch die Bahn den Betrieb kurzzeitig eingestellt hat. Nach Wetterbesserung gondeln wir durch die Restwolken auf 2300m oberhalb des Grödner Jochs hinauf. Das Finale ist dann eine nicht alltägliche Trailabfahrt. Diese gleicht eigentlich mehr einer Murmelbahn. Durch Anlieger, kleine Stufen und Brücken nehmen wir 650 Tm und kommen bei entsprechend nassem Untergrund deutlich gezeichnet in LaVilla, unserem Ausgangspunkt, wieder an. Unsere Bikes brauchen dringend eine kalte Dusche und wir eine Heiße! Die abschließende Pizza haben wir uns wirklich verdient!

Die gesamte Tour stand unter dem Motto „ Bike & Soul“ und so kam trotz der durchaus anspruchsvollen Routenwahl kein Stress unter den Teilnehmern auf. Ohne schwere Stürze, mit insgesamt sechs Platten auf 86km Fahrstecke, 2300 Hm und vor allem 4600Tm ist diese Tour alles andere als eine Feierabendrunde – aber jeder Tropfen Schweiß hat sich gelohnt.

Bilder werden an dieser Stelle noch nachgeliefert

Guide und Organisator: Peter Beer

RSV-Moosburg & Friends: Franz Beer, Michael Grossmann, Mischa Jonkov, Oliver Klis, Andreas Scheurle, Martin Lawall, Knut Reinhold

 Stand 22.08.2016 KR

 


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