Radsportverein Moosburg e.V.
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Gardasee Nonstop
 

Ein Brevet ist eine Prüfung, aber wollten wir ein Brevet fahren?
Nachdem die Fahrt an den Gardasee im Jahr 2015 erfolgreich über die Bühne ging, sollte es in diesem Jahr eine Wiederholung geben. Datiert wurde die Fahrt auf den 16.06., ein Tag nahe der Sommersonnwende um das Tageslicht möglichst lange ausnutzen zu können. Abfahrtsort und Route sollten gegenüber der bereits bewährten Strecke unverändert bleiben. Als Teilnehmer fanden sich drei Kandidaten. Martin Lehrhuber, Oliver Knott und Ralph Sproll wollten sich der Herausforderung stellen. Zum Zeitpunkt des Entschlusses war jedoch das „Ausmaß“ der Herausforderung noch nicht klar.
Der Wetterbericht für Donnerstag den 16.06. beschäftigte uns schon die ganze Woche. Die Prognosen klangen nicht gerade verheißungsvoll und das Wetter sollte sich im Lauf der Woche wieder verschlechtern. Am Donnerstag waren für den späten Nachmittag und Abend schwere Unwetter und Starkregen angesagt.
Gestartet wurde wieder um 20:00 Uhr und als Startort wurde eine Tankstelle in Ottobrunn gewählt, da diese wenigstens ein Dach hatte. So konnten die Räder wenigstens trocken vom Dach genommen werden. Dies sollten dann auch die letzten trockenen Momente für die nächste Zeit sein. Bereits nach gut einem Kilometer war ein erster Wassereinbruch unter den Überschuhen zu bemerken und nur kurze Zeit später waren sämtliche Klamotten nass.
Am Tegernsee war der erste kurze Stopp eingeplant, eigentlich um die Trinkflaschen nochmal zu füllen, da auf dem weiteren Weg bis Innsbruck keine „Tankmöglichkeit“ mehr bestand. An diesem Abend sehnten wir uns jedoch nicht so sehr nach kühlen Getränken aus der Flasche, nein ein Kaffee sollte uns weiterhelfen. Dieser blieb uns jedoch verwehrt, da die Kaffeemaschine in der örtlichen Tankstelle schon geputzt war. Also blieb zumindest die Gelegenheit eine Schicht mehr anzuziehen, da es nach zwei Stunden Fahrzeit schon bedrohlich kalt wurde.

Innere Heizung auf Vollgas!
- das war die Devise auf den folgenden Kilometern. Den Puls in Schwung bringen, auch wenn noch ein erhebliches Stück Wegstrecke vor uns lag. Lieber ein paar Körner zuviel hinaushauen als auf der Stelle zu erfrieren, so ging es Richtung Achenpass. Auf dem gut zu befahrenen Streckenabschnitt zwischen Kreuth und Achensee, auf dem sich an sonnigen Wochenenden Stoßstange an Stoßstange die Autos reihen, war zu später Stunde so gut wie nichts los. Lediglich sechs Autos überholten uns auf diesem Abschnitt.

In der Abfahrt erfroren!
- was auf dem Weg zum Achensee noch recht gut klappte, nämlich gegen die von außen einwirkende Kälte mit der Heizung durch intensives Fahren entgegenzuwirken, ging in der Abfahrt vom Achensee ins Inntal nicht mehr. Die 8 Grad, zusammen mit der Nässe ließen eine gewohnt zügige Abfahrt nicht zu, vielmehr war das Geradeausfahren mit zitternden Armen schon schwierig genug.

Nur noch ein Katzensprung bis zur ersehnten Tankstelle
Das überwiegend flache Teilstück bis Innsbruck wurde wieder in einigermaßen zügigen Tempo in Angriff genommen, sofern die Sicht und die nassen Straßen dies zuließen. Das Wasser stand hier auf der Straße und in den Spurrinnen zentimeterhoch.
Um kurz nach eins erreichten wir den ersten Zwischenstopp, eine OMV-Tankstelle in Innsbruck. Dort galt es die nassen Klamotten (zumindest teilweise) auszuziehen, etwas Warmes zu trinken und ein paar Happen zu essen. Die Kleiderwahl wurde auch noch einmal überdacht, so dass es nach knapp einer Stunde Pause mit noch wärmeren Klamotten weiterging, den Brenner hinauf. Kurz vor dem Eintreffen in der Tankstelle hörte es erstmals auf zu regnen, doch bereits fünf Minuten nach dem erneuten Aufbruch setzte der Regen erneut ein und begleitete uns noch über den Brenner hinweg bis hinter Sterzing, wobei er in der Intensität ab Italien doch nachließ.

Das Penser Joch war schon am Tegernsee „gestorben“
In Sterzing, dem eigentlichen Abzweig zum Penser Joch stellten wir uns gar nicht mehr die Frage ob wir diese schöne Abkürzung nach Bozen nehmen wollen. Das Fahren bei 8 Grad und vollkommen durchnässt hatten bereits am Tegernsee diese Alternative ausscheiden lassen, denn allein die Vorstellung bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt eine 50 km lange Abfahrt in Angriff zu nehmen ließ uns schon am Lenker festfrieren. So ging es also auf der nicht wirklich attraktiven Bundesstraße bis Bozen, wo die zweite längere Rast eingeplant war.

Zum Aufbruch der lang ersehnte Regen
Nach einem ausgiebigen, aber nicht üppigen Frühstück entschieden wir uns nun in kurz-kurz weiter zu fahren. Auch die Überschuhe wurden verpackt, schließlich sollte langsam der Trocknungsprozess der Schuhe eingeleitet werden. Just im Moment des Aufbruchs öffnete der Himmel abermals seine Schleusen, was uns zu einem weiteren Espresso und dem Wiederanlegen der altbekannten Regenjacke, Überschuhe und Beinlinge zwang. Diesmal nur für die nächsten 10 km, dann bahnte sich die Sonne ihren Weg durch die Wolken und wir konnten uns endgültig von den nun überflüssig geworden Kleidungsstücken trennen.

Wo normal thermischer Wind bläst, da war heute Großwetterlagenwind
Die vorherrschende Windrichtung im Etschtal ist am Vormittag eine Nordströmung. An diesem Freitag waren wir offensichtlich noch nicht genug geprüft, so hielt Aiolos der Windgott noch eine Portion Südwind für uns parat. Wir sollten vermutlich nicht zu früh am Gardasee eintreffen. Bis Roveretto hatten wir mit diesem zu kämpfen, dann ging es ab in westliche Richtung, über den Passo San Giovanni (warum trägt diese 287m Erhebung eigentlich die Bezeichnung Pass?) hinunter zum Gardasee. Noch schnell ein Erinnerungsfoto vom Aussichtspunkt oberhalb von Torbole bevor es weiter zu unserem Hotel in Brenzone ging.

Die Strecke

Die Bilder