Radsportverein Moosburg e.V.
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Von Mittenwald nach Prad am Stilfser Joch


Am Samstag, den 17.06.2017 war es für vier Moosburger Rennradler wieder so weit, die bereits zur guten Tradition gewordene viertägige Alpentour stand auf dem Programm. Dieses Jahr begleitete die lokalen Sportler ein Gast aus Brandenburg, für den es die erste Ausfahrt in den Alpen sein sollte. Start für die Fünf war Mittenwald. Hier sollte es auch in den vergangenen zwei Jahren schon losgehen, jedoch wurde der Startort immer kurzfristig verschoben, da die Wetterprognose für den oberbayrischen Ort jeweils nichts Gutes verhieß. Diesmal klappte es, die Sonne lachte vom Himmel und so starteten die Radler über den Buchener Sattel, der der erste von insgesamt zehn erwähnenswerten Anstiegen der nächsten Tage sein sollte. Nach der Abfahrt in das Inntal ging es weiter westwärts bis es am Beginn des Ötztals Richtung Süden, via Sölden, das Timmelsjoch hinauf ging. Auf 2.509 m erwartete die Sportler ungemütliche 7 Grad und Wind in sturmstärke, was die ca. 29 km lange Abfahrt nach St. Leonhard, zumindest im oberen Bereich zu einer diffizilen Aufgabe machte.

Der Sonntag hingegen sollte im Zeichen der Hitze stehen. Von St. Leonhard führten die ersten 18 km hinunter bis Meran, um dort mit dem Salten, den ersten Anstieg des Tages in Angriff zu nehmen. 10 km weiter, in Hafling ist das Gros der „bergaufarbeit“ erledigt und es ging die nächsten 25 km mit traumhaften Ausblicken auf einem Hochplateau mit traumhaften Ausblicken wellig dahin. Zur Mittagszeit in Jenesien angekommen wartete eine rasante Abfahrt nach Bozen auf die Radsportler. jedem Meter talwärts wurde es wärmer, bis das Thermometer  letztlich 38 Grad anzeigt. Zwischen Bozen und dem heutigem Etappenziel lagen jedoch noch der Mendelpass und der Aufstieg auf den Monte Penegal, der eine Sackgasse darstellt. Für ein kurzes „cool down“ diente der Stopp an einer Eisdiele, bevor die beiden Berge erklommen wurden. Dank der vorangeschrittenen Tageszeit und der Tatsache, dass dieser Sonntag das Ende des verlängerten Wochenendes darstellte, war die Auffahrt über den sonst recht belebten Mendelpass erstaunlich ruhig. Direkt nach der Passhöhe zweigt nach rechts die recht schmale und mit durchgängig mit zwischen 11% und 16% sehr steile Rampe auf den Monte Penegal ab. Ein Berg von dem aus man das Auge über Bozen, die gegenüberliegenden Dolomiten und den Kalterer See schweifen lassen kann. Leider ereignete sich auf der Abfahrt ein Unfall zwischen einem Motorrad und einem PKW, so dass die Radler zwar passieren konnte, das Begleitfahrzeug jedoch stecken blieb und erst eine gute Stunde später im Hotel in Ronzone eintraf. Ein Personenschaden war nicht zu verzeichnen.

Am vorletzten Tag ein großer Schlenker, nur damit auch wirklich ordentlich Höhenmeter „getankt“ werden. So führte die Strecke an diesem Montag zuerst Richtung Norden über den Gampenpass nach Lana, um von dort aus gleich den nächsten Anstieg, den Hofmahd wieder Richtung Süden zu nehmen. Wobei sich der letztgenannte über knapp 25 km und 1.300 Höhenmeter erstreckt. Die Passhöhe kann man nur erahnen, da sich diese in einem ca. zwei Kilometer langen Tunnel befindet. Nach der Abfahrt erreichten die Moosburger das Val di Sole. Am Ende des stetig leicht bergauf führenden Sonnentals befindet sich der Passo del Tonale, das dritte und letzte Hindernis des heutigen Tages bevor der Etappenort Ponte di Legno erreicht wurde.

Abschied nehmen von den Bergen hieß es am letzten Tag. Damit dies nicht ganz so schwer fallen sollte, setzte der Planer der Tour die Königsetappe an den letzten Tag. Nur zwei Anstiege, nur 90 km. Dafür aber kein Meter ebene Strecke. Einmal rauf, einmal runter einmal rauf einmal runter. Gavia und StilfserJoch hießen die Zauberworte des vierten Tages. Zwei benachbarte Berge, annähernd gleich hoch, beide Mythen des Giro d` Italia und doch so unterschiedlich. Der erste Natur pur, kaum Verkehr, eher schlechte Straßenverhältnisse. Auf dem zweiten dagegen der höchste Jahrmarkt der Alpen – Massenabfertigung. Aber eine sensationelle Straßenführung, die für alle Strapazen entschädigt. 17 Kilometer Anstieg waren am Gavia und weitere 22 Kilometer am Stilfser Joch zu bewältigen, an beiden Bergen zumeist im zweistelligen Prozentbereich. Nach der schwindelerregenden Abfahrt nach Prad wurden die Räder in den gemieteten Sprinter verpackt und die Heimreise angetreten. Insgesamt lagen 475 pannen- und sturzfreie Kilometer, gespickt mit 12.000 Höhenmetern, hinter den Moosburger Rennradlern.

 

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