Radsportverein Moosburg e.V.
Menu

Murnau - Bormio 2014

 

Nachdem eine erste Abordnung des RSV bereits vom  22. - 27.06.14 eine Fahrt in die Schweiz unternahmen war es vom 03. - 06.07. für drei weitere Radler aus dem Landkreis so weit diverse Pässe zu erklimmen. Anders als die erste Fahrt im Juni war diese als viertägige Etappenfahrt ausgelegt. Die Strecke führte von Murnau nach Dornbirn, weiter nach Landeck um am dritten Tag in Tiefencastel Station zu machen. Am letzten Tag ging es weiter nach Bormio, somit waren in vier Tagen vier Länder bereist.

Tag 1:  Murnau - Dornbirn

Am ersten Tag sollte ein recht zackiges Profil auf die Moosburger warten, wobei die einzelnen Zacken deutlich anspruchsvoller, sprich mit mehr Höhenmetern ausgestattet waren als die Anstiege in heimischen Gefilden. Bei der Ankunft in Murnau erwartete die Radler strahlender Sonnenschein und wolkenloser Himmel, was den ganzen Tag so bleiben sollte. Zuerst ging es auf flacher Strecke Richtung Süden bis Oberau, um dort in westliche Richtung abzudrehen. Der Ettaler Sattel stellte die erste kleine Anforderung des Tages dar, war aber nur der Aufgalopp für das noch Bevorstehende. Ab Linderhof wurde der bis dahin recht lebhafte Verkehr deutlich ruhiger und die Landschaft immer schöner. So ging es über den Ammersattel vorbei am türkisgrünen Plansee, den Gaichtpass hinauf, um nach der Abfahrt vom Oberjochpass in Obermaiselstein festzustellen dass der Riedbergpass gesperrt war. Dank dem Umfahrungstipp den wir von der  Inhaberin der örtlichen Dorfbäckerei erhalten haben, kamen wir in den Genuss den Rohrmoossattel zu passieren, einer für den Kfz Verkehr gesperrten, ausgesprochen ruhigen Straße. Als letzte Herausforderung des ersten Tages stand noch der Gaichtpass auf dem Programm, hier waren dann schon mal 600, nicht ganz flache Höhenmeter am Stück zu bezwingen ehe uns die rauschende Abfahrt zu unserer Unterkunft in Dornbirn brachte.
179 km und XXX Höhenmeter wurden heute absolviert.

Tag 2:  Dornbirn - Landeck

Die nominale Königsetappe stand am zweiten Tag auf dem Programm. Von Dornbirn ging es knapp 20 km Richtung Süden, die dem Einrollen dienten, bevor mit dem Furkajoch, der Verbindung zwischen Bergenzer Wald und Walsertal, der erste echte Berg unserer Tour zu bezwingen war. Der 21 km lange Anstieg lässt sich in drei drittel einteilen. Es beginnt relativ steil mit 7-9%, bevor ein flacheres Stück die Möglichkeit zum Verschnaufen bietet. Im letzten Drittel zeigt das Furkajoch dann nochmal seine Zähne und der Höhenmesser sinkt nicht mehr unter 10%. Auf 1.750 Meter angekommen erwartete uns herrliche Almlandschaft, leider wurde es allerdings langsam dunstig und die bereits im Radio angekündigte Wetterverschlechterung kündigte sich an. Nach einer recht kurzen Abfahrt bogen wir ab um über das Faschinajoch (die Auffahrt nach dem Abzweig besteht im Wesentlichen aus einer gut beleuchteten Galerie) Richtung Bludenz abzufahren und den letzten Anstieg des heutigen Tages in Angriff zu nehmen. Über eine Strecke von knapp 40 km stieg die Straße moderat um ca. 500 hm, bis zur Mautstation der Silvretta Hochalpenstraße. Von dort ab wurde es dann ernst, die nächsten 1.000 hm mussten binnen der darauffolgenden 13 km überwunden werden. Da es zwischenzeitlich sehr bewölkt war sorgten die Teilnehmer der Silvretta Classic mit ihren historischen Automobilen für die optische Abwechslung. Leider begann es auf den letzten beiden Kilometern vor dem Gipfel leicht zu regnen, so dass uns nicht nach Verweilen war, außerdem stand ja um 18.00 Uhr noch das Viertelfinale bei der Fußball WM gegen Frankreich an. So machten wir uns auf die 45 km lange Abfahrt, die nur im oberen Teil nass, dann trocken und gut zu fahren war.
172 km und XXX Höhenmeter mussten wir heute wegstecken.

Tag 3:  Landeck - Langwasser

Am dritten Tag sollte die "Schonetappe" anstehen. Es ging von Landeck zuerst Richtung Reschenpass, anfangs noch auf der recht stark befahrenen Hauptstraße, dann allerdings auf Nebenstraßen die gut zu befahren waren und stetig bergauf führten. Kurz hinter Pfunds  zweigte unsere Route, die auf den letzten zwei Kilometern wieder auf der Reschenbundesstraße führte, ab um auf direktem Wege Richtung Schweiz zu verlaufen. In Martina überquerten wir die Grenze und fuhren das Unterengadin hinauf bis Susch, wo wir leider feststellen mussten, dass der Fluelapass gesperrt war. Jetzt waren wir nach 80 gefahrenen Kilometern also zu einer zweieinhalbstündigen Zwangspause verdonnert (der Pass sollte um 15.00 Uhr wieder geöffnet werden). Die möglichen Alternativen wurden gemeinsam durchgespielt – Fahrt über den Albula? – Ins Auto steigen und so bis ins Tagesziel fahren (nein auf keinen Fall) – bis 15.00 Uhr warten und dann die Fahrt auf der ursprünglich geplanten Route fortsetzen? – reicht die Zeit dann noch für die verbleibenden 60 km? – aber klar reicht die noch. Die Entscheidung war gefallen, Gaststätte – Essen – Trinken – Warten – den aufgekommenen leichten Regen aussitzen. Pünktlich um drei ging es dann weiter – mit dem örtlichen Polizisten war über eine frühere Abfahrt nicht zu verhandeln- den Fluela hinauf, 15 km auf denen gut 1.000 hm zu überwinden waren. Eine sehr schöne Auffahrt in oben recht kargem Gelände. Am Gipfel angekommen erwarteten uns kühle Temperaturen und bewölkter Himmel, so dass wir um eine Jacke zur Abfahrt recht froh waren. Wie immer stand unser Versorgungsfahrzeug schon bereit, so dass sich jeder mit dem Benötigten eindecken konnte. In der rasanten Abfahrt nach Davos machten sich immer mehr Wolkenlücken breit, in Davos erwarteten uns dann nicht nur Sonnenschein, sondern auch jede Menge Trachtengruppen, derentwegen der Pass gesperrt war. Auf den letzten 30 km entlang dem Flüsschen Landwasser durften dann nochmal 600 hm vernichtet werden –schön war´s -.
140 km und XXX Höhenmeter betrug unser heutiges Pensum.

Tag 4:  Langwasser - Bormio

Wie wenn wir schon eine Woche unterwegs gewesen wären, so fühlten wir uns, ob der unheimlich vielen, in den letzten drei Tagen erworbenen Eindrücke. Dabei stand heute die vermutete optische Königsetappe auf dem Programm. Mit dem Albula, dem Bernina, Forcola di Livigno, Passo d` Eira und Passo Foscagno waren doch recht namhafte Alpenpässe zu bezwingen. Zuerst stand uns der Albula, den wir nach einer 30 km langen, traumhaften Auffahrt bezwangen, im Weg. Anschließend ging es zum Bernina, in dessen Auffahrt ein wunderschöner Blick auf den mit 7 km längsten Gletscher Graubündens, den Morteratsch gerichtet werden konnte. Nach einer kurzen Abfahrt ging es nun links ab, Richtung Livigno und somit nach Italien, dem vierten Land in vier Tagen. Dort genossen wir noch eine letzte Pause und Stärkung im strahlenden Sonnenschein bevor die letzten beiden Anstiege und die Abfahrt nach Bormio anstanden.
Heute waren es nochmal 125 km und 3.000 Höhenmeter.
Zufrieden, sturzfrei, pannenfrei und ein wenig erschöpft ging es anschließend zurück nach Hause.


Bilder der Tour
Zum Fotoalbum